So etwas wie „Urvertrauen…“

 

So etwas wie „Urvertrauen…“

 

Grundsätzlich bezeichne ich mich selbst als einen Mensch, der grosses Vertrauen in das Leben hat. Doch manchmal – und das ganz speziell in den kleineren Alltagsgedanken – merke ich, dass ich gerade absolut vertrauenslos durch mein Leben ziehe. Da frage ich mich, was wäre wenn, denke alle möglichen Variationen durch, zapple, wäge tausendmal alles ab und versuche für alle möglichen Eventualitäten gut vorbereitet zu sein. Ich lasse mich von Skepsis, Angst und Zweifeln einholen, lasse mir von ihnen meinen klaren Blick vernebeln und verliere meinen inneren Halt. Und genau in solchen Augenblicken kommt meist schon die nächste passende Begegnung in mein Leben, ein neues Türchen oder ein neuer Blickwinkel öffnet sich. Sei es ein Gespräch mit einem anderen Menschen, eine neue Möglichkeit tut sich auf oder ich bin zufälligerweise zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Und jedes Mal denke ich, warum habe ich mich nicht zurück gelehnt und mit dem Gefühl von vollstem Vertrauen zugesehen, wie sich das Puzzle langsam zusammensetzt? Warum habe ich mir bloss so viele Sorgen gemacht? Ich hätte es doch eigentlich besser gewusst. Das ist das Schöne am Leben – es kommt immer das Richtige zur richtigen Zeit. Und wenn es nicht kommt, dann es ist eben noch nicht das Richtige, oder die Zeit ist noch nicht reif… Im Yoga gibt es einige Körperstellungen, welche uns Lernen, wieder in Kontakt mit unserem Urvertrauen zu kommen – zum Beispiel die Kindsposition (Balasana) oder die Vorwärtsbeuge (Paschimottanasana). Und meist wird mir anschliessend bewusst, dass ich gerade an zweifelnden, ängstlicheren Tagen automatisch und ganz unbewusst länger in Balasana verweile oder im Anschluss an meine Yogapraxis noch eine Paschimottanasana anhänge. Oder ich setze mich einfach hin und überlasse meine Gedanken für eine Weile sich selbst. Plötzlich ist es wieder da, das Gefühl des Vertrauens, das Gefühl, dass ich mich einfach treiben lassen darf und alles gut kommt, wenn die Zeit reif ist.

Namasté.