Was ich in meinen ersten Monaten als Yogalehrerin gelernt habe und wie sich dies auf den Alltag übertragen lässt

Was ich in meinen ersten Monaten als Yogalehrerin gelernt habe und wie sich dies auf den Alltag übertragen lässt

 

Das hört sich vielleicht erstmal etwas komisch an, aber man lernt tatsächlich eine ganze Menge – auch nach nur sehr kurzer Zeit – auf der anderen Seite der Matte. Ich wage vielleicht sogar zu behaupten, dass der Lerneffekt vor allem in der Anfangsphase wohl am grössten zu sein vermag. Mir kommt es zumindest so vor.

Erkenntnis Nr. 1 – Es kommt immer anders als man denkt – Bleib flexibel

Zurzeit geniesse ich meinen langen Fahrtweg ins Yogastudio nach Aarau sehr. Auf dem Hinweg habe ich genug Zeit um die geplanten Übungsabfolgen und meine homöopathischen Tropfen an Unterrichtsthema wieder und wieder im Kopf durchzugehen um sie anschliessend während der Stunde wieder zu verwerfen weil es dann irgendwie gerade doch nicht passt. Plötzlich merke ich, dass mein coolster, letzter Flow zeitlich nicht mehr rein passt und ich muss ihn dann doch streichen. Ausserdem sind die kurzen Sprechpausen während der Zeit, in der meine Schüler ihre Flows selbst wiederholen wirklich Gold wert! Einerseits kann sich meine Stimme erholen, anderseits habe ich Zeit um mich von meinen Schülern inspirieren zu lassen… und schups ist die nächste Abfolge auch eine ganz andere geworden, als ursprünglich geplant war. Aus dem ausgewählten Cool-Down-House-Sound wird dann auch ganz plötzlich ein Smooth-Piano-Instrumental-Cool-Down, weil der einfach gerade besser in die Stimmung im Raum passt. Doch das Spannendste am Ganzen ist, dass sich diese spontanen Veränderungen im eigenen Vorhaben gemeinsam mit der wachsenden Sicherheit anhäufen. Es braucht also Sicherheit um uns spontan und mit einem guten Gefühl auf neue Situationen einzulassen – nicht nur im Yoga. Aber es ist ein Teufelskreis, denn wir brauchen erst neue und unerwartete Situationen um an Sicherheit zu gewinnen. Es sind also die kleinen Schritte, die uns das Wachsen an den grossen einfacher machen. Man muss sich auf das Gefühl verlassen und den Mut haben, Dinge zu ändern, wenn sie halt einfach nicht (mehr) passen!

Erkenntnis Nr. 2 – Was andere von dir denken, geht dich nichts an – Bleib authentisch

Das ist für mich die schwierigste Erkenntnis überhaupt. Durch meine Yogalektionen bin ich nun gezwungen mich in diesem Punkt zu verbessern, was mir extrem schwer fällt und dennoch für mich eine geniale Übungsfläche darstellt. In den ersten Stunden mit Freunden und der Familie durfte ich im Anschluss an meine Stunden immer ordentlich Feedback mit nach Hause nehmen. Ich habe mich bestärkt gefühlt in dem was ich mache und wusste, dass wenn sie wieder kamen, es dann doch gut gewesen sein muss. Gerade nach den ersten Stunden war ich unheimlich froh erfahren zu dürfen wie sich meine Schüler gefühlt haben. Doch wer in einem grossen Studio unterrichtet, wo die Stunden flexibel besucht werden, der merkt schnell, dass vielfach immer andere Yogis auf der Matte stehen. Diese Tatsache muss nicht zwingend im Zusammenhang mit den eigenen Qualitäten als Yogalehrer stehen. Es liegt auch nicht an meiner Persönlichkeit. Es hat vielleicht lediglich damit zu tun, dass die Schwiegermutter nun doch spontan einspringen konnte und so der kleine Sohn zum „Zmittag“ eingeladen worden ist und der Kuchen doch früher fertig war, so dass die Mama sich schon um 10.00 Uhr in die Yogastunde verabschieden durfte. So kann es gehen. Es bringt nämlich rein gar nichts sich den gesamten langen nach Hause Weg den Kopf zu zermahlen, ob die kurze Meditationsgeschichte zu Beginn vielleicht etwas zu langweilig war oder ob der Übergang der Asanas vielleicht für einige zu komplex war. Was wirklich zählt ist, alle Spass hatten und sich wohl fühlten mit dem, was ich in die Gruppe miteinbringe. Man muss mich auf sein Gefühl verlassen. Es gibt immer Menschen, die mögen dich nicht, es gibt immer Menschen, denen gefällt nicht was du tust. Menschen sind verschieden. Diejenigen die nicht mögen, wie du unterrichtest, die werden nicht mehr kommen und das ist gut so. Und diejenigen, die dich nicht mögen, werden dich auch in deinem Leben nicht weiter begleiten und auch das ist gut so, denn so hast du mehr freie Kapazitäten für diejenigen Menschen, die wirklich wichtig sind!

Erkenntnis Nr. 3 – Glaub nicht alles was du denkst

Der Yogi ganz hinten auf seiner Matte möchte sein Knie auch nach der zehnten indirekten Ermahnung immer noch nicht in den 90° Winkel bringen? Beim erneuten Anleiten vom Sonnerngruss Nr. 10 geht ein Raunen durch die Mattenreihen? Der Yogi ganz vorne schaut mich schon ganz böse an. Vielleicht mag er meine Stunden nicht oder findet mich ganz schön doof!? Ja, vielleicht tut er das… aber vielleicht ist das halt einfach sein Konzentrations-Blick. Wer weiss das schon. So ziehen die Gedanken dahin, jede Sekunde deines Lebens. Und meistens glauben wir jedes Wort was da oben so einzieht ohne einmal wirklich kritisch zu hinterfragen was wir denken. Es ist reine Übungssache die Gedankenmaschine da oben zu unseren Gunsten zu programmieren. Anstelle eines strengen Arbeitstages mit so vielen Terminen können wir uns einfach darüber freuen, dass wir heute so vielen Menschen begegnen dürfen und einen spannenden Tag erleben. Du kannst entscheiden was du denken willst. Wäre es nicht schön ganz locker durch das Leben gehen zu können und erst immer vom positiven auszugehen? Du bist was du denkst! Es lohnt sich auch mal genau hinzuhören und schlechte Gedanken einfach mal bewusst wegzuschicken. So entsteht sehr viel neuer Raum für positive Energien und schöne Begegnungen!

Eine Antwort auf „Was ich in meinen ersten Monaten als Yogalehrerin gelernt habe und wie sich dies auf den Alltag übertragen lässt“

  1. Liebe Tanja.
    Ich finde es grossartig,dass du ein Hobby gefunden hast dass du mit so risiger Begeisterung tätigst. Gratuliere zu deinen Erfolgen!!! Weiter so..

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